Seniorenferien 2025 in Bad Krozingen
Anfang August verbrachte eine Gruppe von rund 30 Leuten eine schöne Ferienwoche in Bad Krozingen in der Nähe von Freiburg im Breisgau. Die Leute, Alleinstehende und Ehepaare, kamen aus unserer Kirchgemeinde, und auch einige Auswärtige waren mit dabei.
Bei unseren Ausflügen gab es jeweils etwas für alle. Die einen blieben im Restaurant und genossen die Aussicht, andere haben die Orte für sich entdeckt und erkundet, einige wollten selber den Tag geniessen und andere gingen gerne im nahegelegenen Thermalbad baden.
Neben den Ausflügen blieb Zeit für Musse und Gemeinschaft. Für viele, die sonst zuhause viel Zeit allein verbringen, war diese Gesellschaft mit anderen wichtig.
Ueli Burkhalter,
Reisebericht von Verena Zaugg
Tag 1 – Die Ouvertüre im Schwarzwald
Unsere Reise begann wie ein musikalisches Vorspiel: Die Straße schlängelte sich durch den Schwarzwald, als würde sie einem unsichtbaren Violinenbogen folgen. In St. Blasien hielten wir inne, wo das Kloster wie ein ruhiger Bass die Landschaft begleitete. Danach glitt unser Bus entlang von Schluch- und Titisee, die wie zwei smaragdgrüne Augen im Gesicht der Natur glänzten. Durch das Höllental – ein Name so dramatisch wie ein Paukenschlag – erreichten wir Bad Krozingen. Die Sonne malte freundliche Striche auf die Hügel, und unser Chauffeur lenkte den Bus so sanft, als hätte er die Landschaft selbst unter seine Obhut genommen.
Tag 2 – Im Garten der grünen Stimmen
Der Kurpark von Bad Krozingen öffnete seine Pforten wie eine lebendige Bibliothek, in der jedes Blatt ein Gedicht war. Rund 600 Pflanzenarten – eine Arche Noah des Botanischen – flüsterten uns Geschichten aus aller Welt. Frau Burg führte uns durch diese Oase, und während sie die Baumarten zeigte, schien es, als würden die Äste selbst nicken, dankbar, dass jemand ihre Namen noch kennt.
Tag 3 – Ein mittelalterliches Märchen in Riquewihr
Die Route des Vins führte uns mitten ins Herz des Elsass, wo Reben wie Notenlinien an den Hängen kleben. Riquewihr, ein Dorf wie aus einem alten Bilderbuch, empfing uns mit Fachwerkhäusern, die wie bunte Spielkarten gegeneinander gelehnt wirkten. Doch hinter der Schönheit verbarg sich auch die Härte der Vergangenheit: Kopfsteinpflaster, das den Schritten der Jahrhunderte standgehalten hat, stellte für manch müde Beine ein Hindernis dar. Zwischen Weinlokalen und kleinen Boutiquen fand jeder ein Stück Freiheit – sei es in einem Glas Riesling oder einem Teller regionaler Köstlichkeiten.
Tag 4 – Zwischen Texas und dem Emmental
Die Fahrt über den sogenannten Texaspass war, als würde man in einen Roman aus Fernweh eintreten. Vor uns öffnete sich der Kaiserstuhl – eine Landschaft wie ein aufgehendes Brot, sanft gewölbt und von Reben durchzogen. Im Schloss Stauffenberg, das stolz wie eine Krone auf einem Bergkegel sitzt, kosteten wir Flammkuchen und Wein – ein Fest für Gaumen und Seele. Der Blick schweifte weit: Schwarzwaldkuppen wie schützende Wächter, Rebberge wie gewebte Teppiche, und in der Ferne das Straßburger Münster, das wie ein erhobener Zeigefinger den Himmel berührte. Für uns Schweizer hatte die Szenerie den Charme des Emmentals, und doch wehte hier ein Hauch von Frankreich.
Tag 5 – Freiburg, Stadt des Lichts
Freiburg im Breisgau empfing uns mit dem ehrwürdigen Münster, das wie ein steinerner Wald emporragt, dessen Zweige nicht Blätter, sondern Glocken tragen. Eine Führung ließ uns durch dieses gotische Wunder wandern, und danach öffnete die Altstadt ihre Arme mit Plätzen, Gassen und Restaurants, in denen das Leben pulsierte.
Eine Umfrage unter den Teilnehmenden brachte ein helles Echo: Die meisten waren glücklich mit der Reise, einzig einige mit körperlichen Einschränkungen wünschten sich mehr Zeitreserven. Am Abend fand ein besonderer Höhepunkt statt: Gemeinsam mit Pfarrer Ueli Burkhalter feierten wir das Abendmahl. Brot und Wein verwandelten sich in Symbole der Gemeinschaft, die Gruppe wurde für einen Moment zu einer kleinen Pilgerfamilie, die auf einer tieferen Ebene miteinander verbunden war.
Tag 5 – Heimkehr mit gefüllten Taschen aus Erinnerungen
Der Heimweg führte uns über Lörrach und Basel, vorbei an Städten, die wie flüchtige Kapitel eines Romans vorbeizogen. In Wölflinswil stärkten wir uns im Gasthof Ochsen, ehe wir uns Richtung Sissach, Egerkingen auf den Heimweg machten. Am Ende schlossen sich die Türen des Busses wie das Ende eines Buches. Müde, aber reich an Eindrücken, kehrten wir heim – mit Herzen, die noch den Rhythmus des Schwarzwalds, des Elsass und der Weinberge in sich trugen.
Gedanken von zwei Reisebegleiter:innen
Es hat mich sehr beeindruckt, wie die unterschiedlichen und liebenswerten Seniorinnen und Senioren miteinander umgegangen sind. Zusammen lachen, diskutieren, gemeinsam singen, Umgebung und Landschaft erkunden, Essen und Trinken, einfach gesagt, es gut miteinander haben. Ich habe es sehr genossen, als Begleiterin für kleine Hilfeleistungen zur Verfügung zu stehen. Danke durfte ich dabei sein!!
Marianne Stauffer, Reisebegleiterin
Ich habe mich mit älteren Mitmenschen schon immer gut verstanden und nachdem es letztes Jahr so viel Spass gemacht hat, stand es ausserfrage, dass ich wieder mit dabei bin. Einen Arm zum Stützen reichen, etwas holen oder einfach nur zuhören, es braucht so wenig und die Seniorinnen und Senioren sind sehr dankbar. Ich komme ganz aus einer anderen Generation, irgendwo zwischen ihren Kindern und Enkelkindern, erfahre ich ihre Geschichten oder die unserer Dörfer, die mir völlig unbekannt sind. All diese Geschichten sind unglaublich spannend.
Marc Schwab, Reisebegleiter